Journal - der neue Kopf!

Das Journal - Ausgabe 11/2026

Die November-Ausgabe mit den Motiven der Großbaustelle - Nr. 124/11. Jahrgang - 20.11.2026


Thomas Haas © ,  2025  © by Jenny Haas

Editorial - Thomas Haas  - Blindtext!

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Fotofreunde, herzlich willkommen zur Oktober-Ausgabe des Journals, der Nummer 123. Manche Ausgabe läuft etwas zäh. Wenn der Kopf (noch) nicht den nötigen Abstand gefunden hat, tut sich der Schreiber schwer. Diese Ausgabe hat etwas mehr Zeit benötigt, und unter dem Strich hat es sich gelohnt. Die Reise in den Harz hat mehrere Themenblöcke gefüllt. Am Schluss bin ich neben den (Familien-) Geschichten am Thema Kinderarbeit hängen geblieben. Sehr aufrührend, auch nach über 400 Jahren. Das „Bier-Tasting“ auf dem Bodensee, ein schönes Erlebnis mit dem Herrn Schwiegersohn und dessen Herrn Papa, hat wieder so eine Geschichte ergeben. Während Jenny uns auf der „München“ fotografierte, war der vh-Fotokollege Dieter Leible nur wenige km entfernt fotografisch unterwegs, und hat einen „Liegeplatz“ aufgenommen. Ich habe von der KI auch noch die fehlende Wassermenge im Bodensee berechnen  lassen - so wird aus Puzzlesteinen eine Story - die nennt man heute „content“. Ein „Portrait vom Herbst...“ - oder war es der Sehr-Spätsommer? Sonnenblumen, Kürbisse und eine Streuobstwiese auf der Alb - ein Traum! Ein fotografisches Zitat ist anspruchsvolle Fotografie - bunte Stühle sind eingestellt. Auf Ellwangen blicke ich rund 55 Jahre zurück. Einen Besuch auf der dortigen Landesgartenschau hat es gereicht, alle 164 Tage kann ich nicht spiegeln. Es sind Momentaufnahmen. 2030 in Ulm? Da könnte es zu mehr reichen! Die Hopfenernte kommt auch in dieser Ausgabe - fast nochmals ein Erntedank. Wer kennt sich im zweistelligen Zahlenraum aus? Gut, es ist satirisch gemeint, aber tagesaktuelle Relativitätstheorie - mit Grüßen an den Ulmer Albert Einstein, und einem Glas Rotwein für mich. Die „Historische Fotografie“ zeigt vermutlich Vater & Sohn. Die Herleitung ist schlüssig, aber kein Beweis. Slider und Zaunmotiv stammen aus dem Harz, das Bild des Monats traditionell vom Straßenrand. Die Ausgabe 123 kann ins Netz entlassen werden.

Die Redaktion wünscht allen Leserinnen und Lesern viel Spaß mit dieser Journal-Ausgabe!


Noch ein technischer Hinweis: Das Journal wird in einem Baukasten unter Opera aufgebaut. Andere Browser, z.B. Firefox oder auch Microsoft Edge und Google Chrome interpretieren einige grafische Feinheiten oder Schriften etwas anders. Dagegen bin ich leider machtlos, wie viele andere Seitenbetreiber auch....

Zwei KI-Modelle werden im Journal eingesetzt. Mit ChatGPT und MS Copilot werden Texte und Bilder bearbeitet und analysiert. KI ist damit in den workflow integriert, ohne dabei die redaktionelle Handschrift zu verlieren. Wir arbeiten im jetzt und heute...



Der Aufmacher zur Ausgabe 11/2026 - Die Ulmer Großbaustelle am Blaubeurer Tor...

Das Thema im Oktober: Auf dem Weg zur Landesgartenschau 2030 - „Wir kriegen das hin!“

Hahnenklee-Bockswiese ist ein Ortsteil und zugleich eine Ortschaft der Stadt Goslar mit rund 1200 Einwohnern. Er liegt etwa

16 Kilometer südlich des Goslarer Stadtkerns auf einem Hochplateau im Oberharz in Niedersachsen.

Ende des 19. Jahrhunderts bekam der Fremdenverkehr eine immer größere Bedeutung. Die Ernennung zum staatlich anerkannten Kurort erfolgte 1882. Im Jahr 1900 wurden 5676 Kurgäste gezählt. Nach Einstellung des Bergbaus im Jahr 1930 wurde der Tourismus – abgesehen von der Forstwirtschaft – zur nahezu einzigen Erwerbsgrundlage des Ortes.

Mystischer Harz - vom Bocksberg aus gesehen. September 2026

Mystischer Harz - vom Bocksberg aus gesehen. September 2026

Es gibt Werbesprüche, die bleiben hängen, auch wenn sie mit dem eigenen Leben nichts zu tun haben. „Wir sind ja früher immer in den Harz gefahren!“ Ein Satz aus einer alten Tourismuswerbung – und bei uns über Jahrzehnte ein Running Gag. Denn wir sind früher nie in den Harz gefahren. Unsere Route führte immer nach Norden, über die A7, an der Raststätte Harz vorbei. Dort habe ich den Spruch manchmal zitiert, halb im Spaß, halb als Erinnerung an etwas, das wir nie getan hatten.

Und dann gab es den Familiengutschein mit genau diesem Satz. Ich wusste nicht einmal, dass wir uns alle im Harz treffen würden. Dass die „Nordlichter“ anreisen – keine Ahnung. Und dass wir ausgerechnet in Hahnenklee, einem Ortsteil von Goslar, landen würden, war eine schöne Überraschung.

Die meisten Bilder zeigen keinen touristischen Harz, sondern einen Ort, der längst aus der offiziellen Nutzung gefallen ist: ein ehemaliges Altersheim, ein Lost Place, den ich nur von außen fotografieren konnte. Die stillen Räume und langen Flure existierten nur in Gedanken – als Projektion, die sich beim Blick auf die Fassade von selbst einstellt. Und natürlich konnte ich mir den Spaß nicht verkneifen: „Die wollen mich doch hier nicht reinstecken?“

So wurde aus einem Werbespruch, der nie gestimmt hat, ein Wochenende, das alles richtig machte: meine Frau, beide Kinder, ihre Partner, die Enkeltochter – und ein Ort, der uns nicht wegen seiner Vergangenheit, sondern wegen seiner Gegenwart zusammengeführt hat.

Vielleicht ist das die eigentliche Pointe: Man muss nicht früher immer in den Harz gefahren sein. Es reicht, wenn man es einmal tut – und alle sind da.

Vier Eindrücke eines Wochenendes...


Die Sache mit dem Altersheim...

Jenny an der Infotafel des „Lost Place-Altersheims“...

Das ehemalige Altersheim direkt an der Zufahrt, wäre sicher fotografisch reizvoll. Nur warum schaut Jenny nach den Preisen, und warum hat Stephi, die Schwiegertochter, schon das Smartphone parat? „Macht ja keinen Mist“ - hier bleibe ich bestimmt nicht...



Kontaktdaten im ehemaligen Altersheim...

Zumindest ist angeblich täglich jemand da. Die hinteren Ziffern der angegebenen Telefonnummer habe ich verpixelt.

Sicher ist sicher...




„Hexe“ im Fenster - wohl die Mitarbeiterin der Rezeption - und ständig vor Ort!

Jetzt wird es klar. Bei der Anreise hatten die „Nordlichter“ schon die Hexe entdeckt. Ist wohl Stammpersonal und ständig vor Ort! Sie schaut direkt auf die Zufahrt zu den Ferienhäusern!


Die ehemalige Seniorenresidenz... Hanhnenklee, Harz

Die ehemalige Seniorenresidenz...

Parkplatz der Seniorenresidenz, Hahnenklee, Harz

Parkplatz - wer findet die Laterne?

Der Haupteingang der Seniorenresidenz...

Der Haupteingang der Seniorenresidenz...


Noch ein düsteres Kapitel - Kinderarbeit...

Wasserrad - zur Erinnerung an den Bergbau...

Wasserrad - zur Erinnerung an den Bergbau...

Ab 10 Jahren mussten die Jungen arbeiten gehen.

Alles per Erlass geregelt...

„Ein Junge von 10 Jahren und mehr kann in den Pochwerken verwendet werden. Er verdient wöchentlich 10 bis 12 Marien-groschen, und wenn er Überschichten macht, und fleißig ist, wöchentlich noch 3 bis 5 Mariengroschen mehr.“


Erlass von Herzog Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel

vom 15. Juni 1578


Spaß? Klar war auch dabei...

Der Hinweis auf den Haupteingang...

Der Hinweis auf den Haupteingang...

Die Laterne auf dem Parkplatz...

Die Laterne auf dem Parkplatz...

Überwachungskamera...

...mit der Überwachungskamera!


Zur Erinnerung an die Kinderarbeit...

Zur Erinnerung an die Kinderarbeit...

Zwölf Mariengroschen Wochenlohn entsprachen ungefähr dem, was ein Jugendlicher heute an einem Wochenende verdienen könnte, rund 70 - 100,00 EUR. Doch für die Pochknaben des Oberharzes war es kein Nebenverdienst. Barfuß und oft nur im Hemd gingen sie frühmorgens zur Arbeit. Einer von ihnen fasste seine Kindheit in wenigen Worten zusammen: „Ach wie habe ich damals geweint!“


Gondelbahn, Sessellift und Sommerrodelbahn - „ErlebnisBocksBerg“ 2026

Der Harz - sehr touristisch am Bocksberg...

Talstation der Bocksberg-Gondelbahn, September 2026

Und noch etwas Kultur...

Die Stabkirche von Hahnenklee, September 2026

Die Gustav-Adolf-Stabkirche ist eine evangelisch-lutherische Stabkirche im Goslarer Stadtteil Hahnenklee-Bockswiese.

Die Stabkirche von Hahnenklee, September 2026 - Türbeschläge

Die Stabkirche von Hahnenklee - Türbeschläge...

Den Namen trägt sie zu Ehren des schwedischen Königs Gustav II. Adolf, dessen Eingreifen während des Dreißigjährigen Krieges die Existenz des deutschen Protestantismus sicherte.

Mit Kabinenbahn, Sessellift und den Sommer-Rodelbahnen zeigt sich der Bocksberg richtig touristisch.


Wir hatten unseren Spaß auf dem Bocksberg, sind mit der Kabinenbahn auf den Berg gefahren, konnten die Attraktionen nutzen, und auch ein sehr gutes Zeitfenster für die Mittagspause auf der Almhütte erwischen. Runterwärts ging es für die „großen Jungs“ mit Bocksbergcarts (Mountaincarts),

der Opa ist mit den Mädels mit dem Sessellift zu Tal gefahren.

Wie die Jungs gefahren sind, dass sie in der halben Zeit schon am Ziel waren, das wollen wir lieber nicht hinterfragen...


Und als wir unten waren, wurde auch der Sessellift gestoppt. Alle Bahnen standen still, der Wind war zu stark.

Glück gehabt!


Die Stabkirche von Hahnenklee, September 2026

Die Stabkirche von Hahnenklee, September 2026

Die Stabkirche von Hahnenklee, September 2026 - Türbeschläge

Die Stabkirche von Hahnenklee - Türbeschläge...

Der Bau ist eine freie Nachbildung der Stabkirche von Borgund. Einige Adaptionen waren nötig, damit in der Kirche 240 Sitzplätze untergebracht werden können. Der Bau der Kirche begann 1907, ihre Weihe fand am 28. Juni 1908 statt.


Die Motive zur Ausstellung...

„Außer Betrieb“ geht an den Start!

Die Hafeneinfahrt von Lindau: Löwe und Leuchtturm...

Die Treppe in der alten Halle der Papierfabrik Scheufelen...


„Doppelhelix“ - in einer Halle der ehemaligen Papierfabrik Scheufelen (1885 - 2018 / Oberlenningen).

Auch wenn Scheufelen-Papier mit den Apollo-Missionen auf dem Mond war, auf der Erde hat es nicht

mehr gereicht...

 

Das etwa 30 Fußballfelder große Firmenareal ist nicht mehr zugänglich, es wird zum Stadtteil entwickelt.


Die Doppelhelix-Treppe in der Papierfabrik Scheufelen

Das Bild lebt von seiner Leere.

Die Treppe steht fast wie eine Skulptur im Raum. Sie führt nach oben, aber nicht mehr zu einer aktiven Produktion.

Das hat etwas Paradoxes: Die Konstruktion ist völlig intakt, präzise und zweckmäßig, doch ihr Zweck ist verschwunden.

Für jemanden aus der Druck- und Papierbranche entsteht noch eine weitere Ebene:

  • Papier war einmal Zukunft.
  • Die Fabrik war einmal voller Menschen, Lärm und Bewegung.
  • Heute bleibt nur die Architektur zurück.

Interessant ist auch die Geschichte dazu:

Scheufelen-Papier war mit den Apollo-Missionen auf dem Mond. Auf der Erde hat es nicht mehr gereicht.

Das ist einer dieser Sätze, die man nicht erfinden kann.

Er enthält Stolz, Ironie und Tragik zugleich. Fast eine ganze Industriegeschichte in einem einzigen Satz.


Die „München“ fährt ein... Hafen Lindau

Die Papiermaschine von Blankenberg...


Trockenpartie der Blankenberger Papiermaschine

von 1909 (Detail)

Gebaut von Heinrich Füllner in Warmbrunn, stand die Maschine 1900 auf der Weltausstellung in Paris,

und geriet 1993 - nach der Wende - in Vergessenheit. 

 

Fototouren sind über die Foto:Faktorei in Hof möglich.



Die Papiermaschine von Blankenberg

Gezeigt wird kein Gesamtüberblick, sondern ein Detail.

Die Maschine wirkt dadurch fast wie ein Porträt.

Das Handrad sitzt genau im Zentrum. Die Zahnräder verschwinden im Dunkel. Die Metalloberflächen tragen die Spuren von Jahrzehnten. Man sieht sofort:

  • diese Maschine war einst Hightech,
  • sie war wertvoll,
  • sie war bedeutsam,
  • heute wartet niemand mehr auf sie.

Dass sie 1900 auf der Pariser Weltausstellung gezeigt wurde und 1909 in Betrieb ging, verleiht dem Bild enorme historische Tiefe. Dass sie nach 1993 einfach vergessen wurde, macht die Geschichte fast melancholisch.

Hier liegt ein auffallender Kontrast:

Von der Weltausstellung zur Vergessenheit.

Das ist eigentlich die Essenz von „Außer Betrieb“.

Die Verbindung zu Ihrem eigenen Berufsleben


Außer Betrieb - der Rotweingedanke...

Philosophie am Ende des Arbeitslebens...

In diesem Jahr begegnet mir immer wieder das Ausstellungsthema: „Außer Betrieb“.

Eine stillgelegte Fabrikhalle. Eine alte Papiermaschine. Orte, an denen einst gearbeitet, produziert und geschaffen wurde.

Was mich dabei beschäftigt: Maschinen lassen sich abschalten. Menschen nicht.

Man kann einen Arbeitsplatz verlassen. Verantwortung übergeben. Termine und Routinen hinter sich lassen.

Aber niemand schaltet deshalb das Wissen aus.



Niemand löscht die Erinnerungen.

Und niemand leert die Festplatte.

Vielleicht bedeutet der Abschied aus dem Berufsleben

deshalb gar nicht, außer Betrieb zu sein.

Vielleicht bedeutet er nur,

nicht mehr ständig laufen zu müssen.

Die Erfahrung bleibt.

Die Neugier ebenfalls.

Und manches Wissen liegt weiter griffbereit, irgendwo im Hintergrund, wie eine Datei, die lange nicht geöffnet wurde und trotzdem sofort wieder zur Verfügung steht.

Maschinen bleiben stehen…


...mach mal ein Portrait vom Herbst!

Motive aus dem September und Oktober 2026

Sonnenblumen Ende September 2026

Sonnenblumen, Ende September 2026

Eine Biene auf der Sonnenblume, September 2026

Eine Biene auf der Sonnenblume, September 2026

Kürbisse am Wegesrand, Ende September 2026

Kürbisse am Wegesrand, Ende September 2026

Eigentlich wollte ich mit diesen Motiven den Herbst schon im Archiv ablegen. Aber der Zufall hatte einen anderen Plan.

Im Sonnenschein auf dem Weg zur vh lag ein Motiv parat...

Streuobstwiese auf der Alb, Oktober 2026

Streuobstwiese auf der Alb, Oktober 2026

Streuobstwiese auf der Alb, Oktober 2026

Streuobstwiese auf der Alb, Oktober 2026

Streuobstwiese auf der Alb, Oktober 2026

Streuobstwiese auf der Alb, Oktober 2026

Rund 200 m von der Wiese entfernt gibt es einen Parkplatz.

Die Kamera war dabei - und das Motiv lag sehr schön im herbstlichen Abendlicht. Also los...

Blatt vom Birnenbaum...

Blatt vom Birnbaum...

Herbstlaub... Birnenbaum, 2026

Herbstlaub - Birnbaum, 2026

Die Birnen sind noch am Baum...

Die Birnen sind noch am Baum...

Fallobst, Apfel

Fallobst, Apfel...


Der Ulmer Bahnhofsteg...

Ein Bild - eine Geschichte!

Der Bahnhofsteg in Ulm - Ost-West-Achse, Bahnsteigzugang - ein Hauptverkehrsweg für Fußgänger (m/w/d/u)...

Was das Bild für mich erzählt:

Der Bahnhofsteg ist hier nicht einfach Architektur.

Er wird zum Symbol eines Übergangs.

Die Menschen laufen nicht auf einen Ort zu, sondern durch einen Zustand. Jeder Ulmer kennt momentan diese Situation: Der Hauptbahnhof ist unfertig, Wege werden umgeleitet, Gewohntes verschwindet, Neues entsteht.

Das Bild dokumentiert genau diesen Zwischenzustand.

Die lange Fluchtlinie unterstützt das sogar unbewusst:

  • Man kommt von irgendwoher.
  • Man geht irgendwohin.
  • Das Ziel ist sichtbar, aber noch weit entfernt.

Das passt erstaunlich gut zur Großbaustelle Hauptbahnhof.

Zum Vordergrund

Gerade den großen freien Bereich will ich verteidigen. Fotografisch könnte man darüber streiten. Dokumentarisch

ist er wichtig. Er macht deutlich, dass der Betrachter nicht mitten auf dem Steg steht, sondern sich noch im Verkehrsraum vor dem eigentlichen Übergang befindet.

Die Treppen und Aufzüge hinter mir werden dadurch indirekt spürbar, obwohl man sie nicht sieht.

Der Raum vor dem Steg ist gewissermaßen das Sammel-becken, bevor der eigentliche Weg beginnt.

Zum Mülleimer

Natürlich könnte er weg. Aber dann wäre das Bild weniger wahr. Er sitzt genau dort, wo Bahnhofsarchitektur eben nicht für Fotografen gebaut wird. Der Mülleimer erzählt über die Nutzung des Ortes mehr als ein perfekt retuschiertes Bild.

Was ich für das Journal spannend finde:

Das Bild besitzt zwei Qualitäten gleichzeitig:

Dokumentarisch

  • Bahnhofsumgestaltung Ulm
  • provisorische Erschließung der Gleise
  • wichtige Ost-West-Verbindung

Gestalterisch

  • starke Zentralperspektive
  • Rhythmus der Stützen
  • grafische Schwarzweißwirkung

Diese Kombination macht das Bild lesenswert. Es funktioniert für jemanden, der Ulm kennt, aber auch für jemanden, der den Ort nie gesehen hat.

Eine neue Idee - ein Bild erzählt eine Geschichte. Das können ganz unterschiedliche Themen sein - ich bin offen, und manches Motiv findet von selbst zu mir. Etwas Wartezeit, und die Story ist da!

Lassen wir uns überraschen...


Unter der Woche auf der LGS in Ellwangen...

Und nach vielen Jahren ein Blick zurück!

Was erwartet man auf einer Landesgartenschau? Natürlich die Blumen - hier sind es Dahlien.

Was erwartet man auf einer Landesgartenschau? Natürlich die Blumen - hier sind es schon herbstliche Dahlien.

Ellwangen, Marktplatz, Stiftskirche und Basilika...

Ellwangen, der Marktplatz mit Stiftskirche und Basilika...

Der temporäre „Viel zu Großparkplatz“...

Der temporäre „Viel-zu-Großparkplatz“...

Die neue Brücke über die Bahn... - Ellwangen

Die neue Brücke über die Bahn...

Der Ulmer Spatz als Hinweis auf die LGS 2030 in Ulm, irgendwo im nirgendwo abgestellt...

2030 ist die LGS in Ulm...

Was erwartet man von einer Landesgartenschau? Hier war es in erster Linie das renaturierte Jagsttal zwischen Schrezheim und Ellwangen, der Auenpark, und weniger die Blümchen.

Die wurden in den Sonderschauen im Kreuzgang der Basilika gezeigt. Ja, auch auf der Fläche vor dem Kreispavillion und in der Stadthalle.

Im Landschaftspark war die Brücke ein Highlight.

Vermutlich werden ab sofort jedoch nur noch Schulklassen

am Wandertag darüber gehen.

Der Blick aus den Jagstauen zur Schönenbergkirche, 2026

Der Blick über die Brücke, hoch zur Schönenbergkirche...

Aussichtsturm „Jagstblick“ auf der LGS Ellwangen, 2026

Aussichtsturm „Jagstblick“ - er darf bleiben...

Sportarena im Brückenpark, LGS Ellwangen, 2026

Sportarena im Brückenpark, auch die wird bleiben...

Ich habe nachgerechnet. Ellwangen habe ich wohl vor 55 Jahren verlassen. Meine ersten Schuljahre fanden noch dort statt, und so mancher Wandertag ging den Kreuzweg entlang, hoch auf den Schönenberg, der zwischen den Brückenpfeilern hier sichtbar ist. Was bleibt? Die mutige Brückenkonstruktion über die Bahn, das neue Jugendhaus, die Sportarena im Brückenpark  - und auch der Aussichtsturm „Jagstblick“ mit guten Spiel- und Klettermöglichkeiten - und der Rutsche - soll bestehen bleiben.

Die Gesamtkosten der LGS werden mit 85 Mio. angegeben, an den 164 Tagen kamen 987.625 Besucher auf das Gelände.

Und irgendwo im Gelände - auf dem Plan war es vermerkt - standen die Symbole der nächsten Veranstaltungen lieblos in der Ecke: Der Rottweiler für 2028 und der Spatz für 2030.

Wangen war 2024 mit seinem Nachfolger Ellwangen durchaus gnädiger umgegangen!


Hopfenernte...

Die Zahlen vom Weltmarktführer!

Mein Hopfen bei der Ernte 2026

Mein Hopfen bei der Ernte 2026


Weltmarkt - das Erntejahr 2025

Anbaufläche: 52.660 ha

Erntemenge: 109.188 t

Durchschn. Alphasäuregehalt: 10,6 %

Erzeugte Alphamenge: 11.532 t

Weltw. Bedarf: ca. 10.700 t Alphasäure

Alpha‑Überschuss: rund 1.200 t

Bierausstoß weltweit: knapp 1,9 Mrd. hl


Deutschland

Ernte 2025: 18.962 ha

Anbau 2026: 17.861 ha (–6 %)


Finale Erntezahlen 2026: erscheinen im BarthHaas‑Report 2026/2027



Deutschland erntete 2025 noch 18.962 ha Hopfen. Für 2026 wurde die Anbaufläche auf 17.861 ha reduziert – ein Rückgang von rund 6 %. Die endgültigen Erntezahlen 2026 folgen im BarthHaas‑ Report 2026/2027. Während die Welt-märkte mit strukturellem Alpha‑Überschuss kämpfen, trägt die eigene Hopfenpflanze im Garten weiterhin zuverlässig ihren kleinen, aber besonderen Teil zum Genuss bei – genug, um den Gin seit fünf Jahren mit einer persönlichen Note zu veredeln.

BarthHaas in Nürnberg ist der führende Hopfenhändler weltweit!



Von der Relativität im zweistelligen Zahlenraum...

...der Rotweingedanke zur Ausgabe 123 - Einstein war ein Ulmer!

Baustellenausschilderung - mit KI generiert

Zwischen zwei ohnehin stattlichen Baustellen hat das Straßenbauamt auf der A7 nun noch eine dritte eingezogen. Acht Kilometer. Eine Strecke, die man bei ausgeschilderten 80 km/h in rund sechs Minuten durchfährt – sofern man zu den Menschen gehört, die mit zweistelligen Zahlen grundsätzlich vertraut sind.

Morgens läuft es meistens noch: zweispurig, ruhig, fast kontemplativ.

Am Abend hingegen verwandelt sich derselbe Abschnitt in ein soziologisches Experiment.

Am Anfang der Baustelle staut es sich zuverlässig auf eine gute halbe Stunde, und man kann in aller Ruhe beobachten, wie sich fahrzeugführende Personen mit der Zahl „80“ auseinandersetzen.

Oder besser: wie sie es nicht tun.

Denn „acht und null“ ist ja eigentlich eindeutig. Da gibt es keinen großen Interpretationsspielraum, keine philosophische Deutung, keine versteckte Metaebene. Trotzdem scheint die Zahl mit steigender Preisklasse des Fahrzeugs eine Art Tarnkappe zu tragen. Je teurer die Karosse, desto unsichtbarer die Geschwindigkeitsangabe. Man könnte fast meinen, dass der zweistellige Zahlenraum in gewissen Segmenten gar nicht vorkommt – vermutlich irgendwo zwischen „Massagefunktion im Sitz“ und „Laserlicht“ aus dem Ausstattungs-katalog herausgefallen.

Und das ist kein regionales Phänomen. Auf allen Autobahnen des Landes spielt sich dieselbe Szene ab: Die linke Spur ist ein rollender Beweis der deutschen Übermotorisierung, und die rechte Spur ein pädagogischer Raum für Menschen, die gelernt haben, dass 80 km/h nicht nur eine Zahl, sondern ein Konzept ist. Ein gesellschaftlicher Vertrag, wenn man so will.



Bei Bild und Text hat hier die KI geholfen!

Doch die Relativität schlägt zurück. Denn im Stau – und der kommt zuverlässig, egal ob A7, A8 oder A3 – steht auch die Luxuskarosse still. Da hilft kein V8, kein V12, kein „Boost“-Knopf am Lenkrad. Da ist die Relativität gnadenlos: Geschwindigkeit ist eben relativ zur Anzahl der Fahrzeuge vor einem. Und wenn die Zahl dort nicht zweistellig, sondern dreistellig ist, dann steht man. Punkt.
Vielleicht wäre es an der Zeit, dass die Premiumfraktion einmal darüber nachdenkt. Nicht über PS, nicht über Beschleunigung, nicht über die Frage, ob das Ambientelicht nun in „Nordlichtblau“ oder „Sonnenuntergangsrotorange“ leuchten soll. Sondern über etwas viel Grundsätzlicheres:

Dass auch ein 120.000‑Euro‑Auto im

Stau exakt denselben Wert hat wie ein 12.000‑Euro‑Auto – nämlich keinen.

Einstein hätte seine Freude daran gehabt. Relativität im zweistelligen Zahlenraum. Direkt vor der Haustür.


Ein Portrait-Versand?

Ja, das gab es schon um 1900!

Das Fotorevers - total geknickt...
Eberweins Nachfolger und das Großlabor in München - um 1900

Das Fotorevers - total geknickt...

Ein bemerkenswerter Hinweis auf überregionale Geschäftsbeziehungen findet sich auf der Rückseite eines um 1914 entstandenen Porträts von „Eberweins Nachf.“ in Neu-Ulm.

 Neben der Kundenanschrift tragen mehrere Arbeitsstempel die Vermerke „Passepartout“ und „Aufziehen“, ein weiterer verweist vermutlich auf Retuschearbeiten.

Besonders interessant ist ein schwach erhaltener Rundstempel, in dem die Angaben „München“ sowie „Portrait-Versand“ eindeutig erkennbar sind. Darüber hinaus lässt sich unter der Lupe der Namensbestandteil „Rup. Wildb...“ lesen. Obwohl der vollständige Firmenname bislang nicht nachgewiesen werden konnte, spricht die Kombination aus Arbeitsvermerken, Kundenanschrift und Versandstempel dafür, dass zumindest bestimmte Veredelungs-arbeiten nicht in Neu-Ulm ausgeführt wurden, sondern durch einen spezialisierten Münchner Betrieb erfolgten.

Damit liegt mir erstmals ein konkreter materieller Hinweis auf eine Geschäftsverbindung zwischen dem Atelier „Eberweins Nachf.“ und einem bislang nicht eindeutig identifizierten Münchner Unternehmen vor.

Die Frage, ob es solche Betriebe gab, kann ich inzwischen beantworten...

Quelle: Adressbuch München, 1900





Vorher / Nachher...

Neue Möglichkeiten - Bildbearbeitung im Slider!

Auch das ist ein Zaunmotiv, farbig und entsättigt als s/w.
Sonnenblumenfeld...

Der Zaun der Seniorenresidenz...

Aus bunt wird Graustufe...

Auch hier wurde in Luminar neo entsättigt.

Die feinen Farbspiele der Moose und Flechten wurden in Graustufen umgesetzt.  Aus dem bunten Motiv entsteht

dabei Novemberstimmung.


Herbstliche Bildbearbeitung

Vom Herbst zum November

Noch leuchten Flechten, Moos und Zeit,
der Zaun wirkt freundlich, offen, weit.
Verblasst die Farbe Blatt um Blatt,
zeigt sich, was der November hat.


Die Bildbearbeitung erfolgte in Luminar Neo.


Das Zaunmotiv zur Ausgabe 10/2026

...ohne Gäste und Personal keine Existenzmöglichkeit!

Der Zaun an der Seniorenresidenz in Hahnenklee, August 2026

Der Zaun an der Seniorenresidenz in Hahnenklee, August 2026


Das Motivationsbild zeigt Möglichkeiten...

Längst Tradition - Denk mal... - Worte & Bilder. 

Brunnen am Fuchseck, Ellwangen, Bildhauer Rudolf Kurz, 2002 - Detail mit Heraklit Zitat

Das Motivationsmotiv für den November 2026: Brunnen am Fuchseck, Ellwangen - Bildhauer Rudolf Kurz, 2002

Einfach mal dem Link folgen - die Motivationsbilder...


Das Bild des Monats...

...kommt diesmal vom Straßenrand!

Der Halloween-Kürbis nimmt uns mit in den November...

Bild des Monats, November 2026 - Der Halloween-Kürbis begleitet uns über den Monatswechsel...

Einfach mal dem Link folgen - die Bilder des Monats...



Rückblick...

Was wurde denn an Leserbriefen und Rückmeldungen zur letzten Ausgabe übermittelt?


Dialog...

Der Platz für Rückmeldungen, Anregungen, Wünsche und Kritik... - der Button macht es möglich! Wer traut sich?

Wir „Schreiber" hoffen bei jeder neuen Ausgabe darauf, unsere Stammleser - wie auch die „Laufkundschaft" aus den Tiefen des Internets - anzusprechen, und mit unseren Bildern und Artikeln für einige Minuten gut zu unterhalten. Ob es uns mit dieser Ausgabe gelungen ist, das können wir nur über die Reaktionen aus dem Kreis der Lesenden erfahren.

Im Süden Deutschlands, in Teilen von Bayern und Baden-Württemberg, genauer bei den Schwaben, gibt es da so eine Regel: „Ned gschimpft isch globt gnua!“*

Gerne nehmen wir auch konstruktive Kritik an, freuen uns über Rückmeldungen, ganz egal über welchen Kanal, und planen noch viele weitere Ausgaben des Journals als unser generationsübergreifendes Kommunikationsprojekt!

*Nicht geschimpft ist gelobt genug!

Ja, ich möchte dazu etwas sagen...

Wort-Bildmarke für die Rubrik „Rückmeldungen“

Wenn keine unzustellbaren Sendungen zurück kommen, ist das schon ein gutes Zeichen, und wenn wenige Minuten nach dem Versand kurze Meldungen wie „Danke Thomas, bin gespannt...“ ankommen, weiß ich, dass der Link zugestellt wurde.

Hier werden die Rückmeldungen, die mich über die verschiedene Kanäle erreichen, unzensiert - jedoch manchmal etwas gekürzt - eingestellt.

Dieter Leible vom vh Fotoforum

schrieb mir...







...eine lesende Person hat sich so

bei mir gemeldet:


...und Dieter Reindl hat wieder diktiert:










Aus Hamburg kommt die Rückmeldung einer Leserin:






Vielen Dank, Anke!

Lieber Thomas,

das Journal 10.2026 ist wieder gut gelungen. Besten Dank dafür.

Klimawandel ist, wenn der Liegeplatz zum Liegeplatz wird. Mein Foto entstand am 12.09.2026 vom Sonnendeck des Fahrgastschiffes „Stadt Radolfzell“, das zu dieser Zeit noch in Iznang anlegen konnte. Am 01.10.2026 wurde die Personenschiffahrt auf dem Untersee wegen des historischen Niedrigwassers dauerhaft eingestellt. 

LG Dieter


Vielen Dank Thomas!

Sehr interessant und teilweise sehr humorvoll, macht Spaß anzusehen.


„Wer vom Bodensee bis zum Harz unterwegs ist, ist ein Rumtreiber!“

Eine Bier-Verkostung hatte er auf einer anderen Seestrecke auch schon erlebt.

Das ehemalige Altersheim im Harz würde ihn auch mal reizen, aber nur zum sehen!

Die wenigen Bilder von Ellwangen wären zumindest interessant, das fotografische Zitat mit den Stühlen, der Kontrast von alt und modern, ebenso.

Die Streuobstwiese auf der Alb hat sehr gut gefallen, ich hätte da den Blick dafür.

Die historische Fotografie, die Soldatengeschichte, klingt plausibel - braucht es da denn den Beweis? Und der Rotweingedanke ist nachvollziehbar, für jeden der mit Aufmerksamkeit auf den Straßen unterwegs ist!


Hallo Thomas ich stöber gerade durch dein Journal und bin im Harz hängengeblieben. Ich kenne auch einige die früher immer gesagt haben: Wir fahren in den Harz.

Ich persönlich finde den ganzen Harz mehr als LOST PLACE. Wir waren ja auch gerade da, aber so richtige Highlights kann ich der Region nicht abgewinnen. Wenn ich da leben müsste dann würde ich verkümmern. Kein Platz dort für mich.

Aber deine Bilder sind der Knaller. Die Laterne, die Überwachungskamera und der handgekritzelte Zettel.


Kontakt / Kommentare...


Die Vorschau auf die nächste Ausgabe: Das Journal 11/2026 mit diesen Themen...

Befestigung der neuen Rampe...
Wallstraßenbrücke Ulm, 2026

Der Aufmacher...

...eine Baustellentour!

Als „fotografische Begleitung“ durfte ich mit der VHS Laichingen-Blaubeuren-Schelklingen die Großbaustelle am Blaubeurer Tor in Ulm besuchen. Es ist beeindruckend, was hier bis zur LGS 2030 fertiggestellt werden soll...

Ulm baut um -„Wir kriegen das hin!“

Historische Papiermaschine in Blankenberg, Thüringen

Und sonst?

Meine Ausstellungsmotive!

Ich gebe es ja zu, mein Handeln war etwas undemokratisch, ich habe sehr gezielt auf diese zwei Motive hinge-arbeitet. Zwei Motive aus Papierfabriken, zwei Motive die für mich auch sehr gut persönlich passen: „Außer Betrieb!“ geht an den Start - was für ein Wortspiel...

Unterstützung, Symbolbild...
Eine stilisierte Person fügt ein Puzzleteil ein.

Motive & Gedanken...

Das noch fehlende Puzzle-Teil...

Der Produktionsprozess der Journal-Ausgaben ist fließend. Auch wenn der Rahmen der neuen Ausgabe steht, einige Artikel kommen noch dazu, andere werden weichen, um eventuell später noch einen Platz zu finden. Nach dem Journal ist vor dem Journal...


Mein unabhängiges Monatsjournal über Menschen, Orte und ihre Geschichten –

aus dem Blick der Gegenwart.